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Claudia Jolles, 20.07.2025

Access is Love: Design und Disability im V&A, London

Wendy Jacob, Squeeze Chair (chaise longue), 1997, Kooperation mit Temple Grandin, Holz, Mohair, Polyurethane, pneumatisches System mit Luftkissen, Pumpe und Schläuchen, Sammlung V&A, London

«Nothing about us, without us.» Das Motto auf einer aktivistischen Flagge im ersten Raum könnte für die ganze Schau gelten. In Design und Disability feiert das V&A, das weltweit grössten Museum für angewandte Kunst, auf eine überraschende Weise Diversität und Vielfalt. Viele der festfreudigen Vernissage-Gäste sind mit ihren Werken in den bunt gestrichenen Kabinetten präsent. Die Objekte zeigen, wie erfinderisch sie mit ihren Beeinträchtigungen umgehen. Die Gerätschaften – Besteckhalter, behindertengerechte Crocs, Vibrationswesten für taubstumme Discogänger:innen – sind Hilfsmittel im Alltag und tragen zugleich zur Identität und Selbstbestimmung bei. Leben ist mehr als Überleben, es geht ums Kreative, nicht ums Karitative: «Piss on Pity» lesen wir auf einem T-Shirt, und auf einem anderen: «Access is Love». Wir stossen auf grossartige Erfindungen und Kooperationen wie den Squeeze Chair (chaise longue), der Künstlerin Wendy Jacob und der autistischen Tierwissenschaftlerin Temple Grandin von 1997, der jetzt vom V&A angekauft und auf die Einladungskarte gesetzt wurde. Ja, wer möchte sich nicht sofort auf die Liege werfen und sich von dieser – pneumatisch – drücken lassen.  Sich aneinanderschmiegen, umarmen und gedrückt werden, beruhigt Tiere und Menschen gleichermassen.


Design and Disability, V&A South Kensington, London, bis 15.2.