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Katharina Holderegger, 21.10.2025

Camille Dumond: Topografien des Bruchs

Camille Dumond, Longshot, 2025, Ausstellungsansicht Ferme de la Chapelle, Lancy. Foto: Nicolas Delaroche Studio
Camille Dumond, Longshot, 2025, Ausstellungsansicht Ferme de la Chapelle, Lancy. Foto: Nicolas Delaroche Studio

Camille Dumond, 1988 in der Normandie geboren und an ihrem letzten Studienort in Genf hängen geblieben, ist eine herausragende Künstlerin der Gegenwart. Ihre bislang umfangreichste Ausstellung widerspiegelt das Provisorische heutiger Biografien wie auch der Kunst: Videoinstallationen und Keramikarbeiten entwerfen in der Ferme de la Chapelle in Lancy eine Topografie der Identitätssuche und des Ausschlusses. Durch den Film Longshot über das neue Asylzentrum des Bundes in Genf – von vielen eher als Ausschaffungszentrum erlebt – geistert eine wie aus Kieselsteinen gebildete Form, die sich stets auflöst und neu zusammensetzt, mal zu einer Figur, mal zu einem politischen Zeichen. Kein Stein scheint mehr auf dem anderen zu bleiben – alles ist translokal, fern jeder ganzheitlichen Idee. Die künstlerische wie soziale Identität schärft sich heute am Bruch. Dumond verleiht dieser Realität Körper, Bild und Stimme.


Beitrag in Kooperation mit Kunstbulletin
Ferme de la Chapelle, Lancy, bis 26.10.2025