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Katharina Holderegger, 29.10.2025

Maggy Hamel-Metsos: Die Poesie des Alltäglichen

Maggy Hamel-Metsos, e oo ee ooo oe oo o o a, 2025, eingebranntes Gusseisen oder verzinntes Messing, vierteilig, Dimensionen variabel (Detail). Foto: Galerie Tschudi, Zürich

In der sehenswerten Ausstellung The Etymologist in der Galerie Tschudi ist die 1997 in Montreal geborenen Maggy Hamel-Metsos zu entdecken. Die Künstlerin verwandelt metallene Alltagsgegenstände in kleine Gedenktafeln wie sie etwa bei Häusern, Kirchen oder Gräberfeldern anzutreffen sind. Eine dynamische Beziehung zwischen Materialität, Erinnerung und Sprache kommt damit in Gang. Aus rezykliertem Metall von einem oder mehreren Objekten gefertigt und mit nicht ganz leicht zu entziffernden Grossbuchstaben geprägt, entfalten die Gedenktafeln eine starke visuelle Präsenz und ästhetische Anziehungskraft. Der kühle Glanz der teils patinierten Oberflächen, die Handwerkskunst und die rätselhaften Inschriften wie «FOUR SAD IRONS» oder «ONE LEG» laden zu einer intensiven Betrachtung ein. Jedes der punktuell in den Räumen der Galerie verteilten Werke wirkt wie eine Strophe eines visuellen Gedichts: Es ruft Erinnerungen wach und öffnet Räume des Nachdenkens. Den alltäglich von uns benutzten und berührten Dingen und all den Geschichten, deren Zeuge diese wurden, wird stiller Respekt gezollt. The Etymologist ist eine Hommage an die Schönheit des Unspektakulären. Sie fesselt gleichermassen wegen ihrer formalen Strenge und poetischen Tiefe.


Maggy Hamel-Metsos – The Etymologist, Galerie Tschudi, Zürich, bis 1.11.